The Essence of Corporate Value

Artikel Dorothea Derakhchan25. Februar 2019

Ein neues Auto, eine exotische Kaffeesorte oder eine Office-App haben eines gemeinsam: sie machen die produktive Leistung eines Unternehmens greifbar.

„Transformation an der Oberfläche funktioniert nicht“

Dorothea Derakhchan
Was gibt Unternehmen Sinn?

Was gibt Unternehmen Sinn?

Das hat Viktor Frankl sehr treffend formuliert: „Es kommt bei der Frage nach dem Sinn nie und nimmer darauf an, was wir von der Welt erwarten, sondern allein darauf, was die Welt von uns erwartet.“ Sinn kann also gefunden, aber nicht erzeugt werden.

Allerdings können wir uns dem Sinn unserer Unternehmung durch folgende Fragen annähern: Wozu gibt es uns? Was treibt uns an, woran glauben wir? Wo trifft unsere Leidenschaft ein Kundenbedürfnis? Was ist der spezifische Beitrag unserer Firma für den Markt, die Mitarbeiter, die Gesellschaft? Welchen klaren Kundennutzen erzeugen wir durch unser Angebot? Was braucht die Welt von uns, um sie damit ein Stück weit zu verbessern? Welchen Unterschied wollen wir mit unseren Produkten oder Dienstleistungen machen? Dieses innere „Warum“ ist die Quelle von Inspiration und Leidenschaft.

Welche Implikationen hat das?

Ein solcher Sinnzusammenhang, der konsistent und glaubhaft verkörpert und vermittelt wird, ist ein solider Anker in stürmischen Zeiten und gibt Orientierung im Umgang mit der hohen Umweltdynamik, also wachsender Unsicherheit, Volatilität und Komplexität. Er bildet die Basis für echte Kooperation und Ko-Kreativität und hilft Teams dabei, ihre Gestaltungskraft zu bündeln und auf gemeinsame Ziele auszurichten.

Wenn wir einen tieferen Sinn in unserem Tun spüren, erfüllt uns unsere Arbeit. Dieser Wesenskern der Organisation muss sowohl in der Führungskultur und im täglichen Miteinander als auch im Angebot und im Kundenerlebnis spürbar sein, um wirksam zu werden. Dieser Dreiklang funktioniert nicht von allein und ist selten auf Anhieb harmonisch. Er sollte bewusst entwickelt, gefördert und gemanagt werden.

Worin unterscheidet sich dieser Dreiklang von anderen Modellen / Ansätzen?

Er geht an die Wurzel der Wertschöpfung und zielt auf die Steigerung der „Werte“ der Organisation ab, in einem nicht rein profitzentrierten Sinne – Wirksamkeit, persönliches Wachstum, Verantwortung für die Zukunft und Gemeinschaft sind hier gleichrangige Erfolgsfaktoren. Dieser Ansatz ermöglicht eine adäquate Antwort auf die Umwälzungen der digitalen Revolution, da er den Menschen in den Mittelpunkt stellt: Wenn das, was ich als einzigartiges menschliches Potenzial mitbringe, auf ein Bedürfnis trifft, dann entsteht Sinn und echter Kundennutzen. Und dann kann ich mich dem mit vollem Commitment verschreiben – leidenschaftlich und engagiert. Um erfolgreich zu sein, benötigen Unternehmen heute mehr denn je engagierte Mitarbeiter und Führungskräfte, die ihr Potenzial und ihre Gestaltungskraft kennen und zum Wohl des Ganzen einsetzen.

Zudem lohnt es sich, Erkenntnisse aus der Gehirnforschung und Psychologie in dieses Modell zu integrieren. Denn hier gibt es ebenfalls schon seit Jahren vielversprechende Ansätze – die aber selten konsequent mit einer Beratungsperspektive für eine essentielle organisationale Entwicklung gematched werden.

Mit welchem Ziel?

Kurzfristig mit einer Erkenntnis: Transformation an der Oberfläche funktioniert nicht. Darin „verlieren“ sich viele Change Ansätze aber gerne. Jede wirklich spürbare Veränderung – also eine, die einen Mitarbeiter, ein Team oder das ganze Unternehmen weiterbringt – läuft über den Wesenskern, die Essenz.

Organisationen bzw. Teams, die ihren Purpose, also ihr „Warum“ kennen und leben, haben größeren, langfristigen Erfolg. Zudem genießen sie größeres Vertrauen und mehr Loyalität von ihren Mitarbeitern und Kunden als ihre Konkurrenz. Was wiederum das ideale Fundament ist, um an einer wirksamen (Führungs-)Teamkultur und einem starken Zukunftsbild zu arbeiten. Das „Warum“ eines Teams ist in diesem Kontext das Ergebnis eines gemeinsamen Entdeckungsprozesses, an dessen Ende eine ausformulierte Team-Identität steht: Wofür brennen wir?

0 Comments

Leave a Reply

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>